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Ein Erfahrungsbericht zum Anfängertauchen!

TUKken greifen ins Ostseeklima ein!

Es war kalt. Sehr, sehr kalt. Der Atem kondensierte, als wir am Parkplatz standen und die Möwen hockten zusammengekauert in windgeschützten Ecken. Geschmeidige 5 Grad Wassertemperatur riefen uns entgegen: „Ah, ein Tauchschüler. Du glaubst wohl auch, dass es ohne Trockentauchanzug geht?“

Was sollte ich tun? Später würde ich meinen Enkeln erzählen können, dass wir ja damals nichts anderes hatten, als Nasstauchanzüge. Wird schon gehen, dachte ich: 5mm Neo + 5 mm Eisweste sind doch ein Schritt in die richtige Richtung. Besser als beim Apnoetauchen im vergangenen Herbst. Da wurde es schon recht frisch ohne Kopfhaube. Nun ja – es ging dann auch tatsächlich. Zumindest 22 Minuten lang. Danach machte es einfach keinen Spaß mehr. Doch was für tolle Minuten.

 Zunächst wurden wir von den Tauchlehrern gebrieft, was wir denn so vorhätten, wohin die Reise gehen sollte, wichtige Zeichen und so weiter. Anschließend trotteten wir zurück zu den Wagen und stiegen in die Ausrüstung. Ein gegenseitiger Gerätecheck gab weitere Sicherheit und los ging es zurück ans Meer. Was uns dort erwartete, war wie gesagt großartig. Ich sah wunderbare Steinformationen, einen Plattfisch, dessen Namen ich leider nicht kannte, Seesterne, Würmer, Krebse, Muscheln und allerlei Pflanzen. In aller Ruhe schwebten wir durch das klare Wasser. Die Sicht lag wohl so bei 5 bis 6 Metern. Ein wenig nervte mich, dass meine Brille regelmäßig voll lief. Aber dank der im Schwimmbad erlernten Ausblastechnik war das auch kein Problem. Und Salzwasser macht ja bekanntlich die Nase frei… Die Maske würde ich beim nächsten Mal besser unter die Kopfhaube puhlen, dachte ich bei mir, während ich in 7 Metern Tiefe über eine Sandfläche glitt. Björn, der Tauchlehrer, war die Ruhe selbst. Ich fragte mich regelmäßig, weshalb der so langsam tauchte. Ich wollte doch gern ein wenig mehr sehen. Aber dann wurde hier mal was angesehen – was auch immer – und da mal was gezeigt – was auch immer – und so verging die Zeit in einem eigenartigen, eigenen Tempo. Ich hätte die nicht schätzen können. Genauso wenig wie die Position, wo wir uns befanden. Ohne Kompass und Ortskenntnis wäre ich irgendwo aufgetaucht. Aber Björn brachte uns doch tatsächlich wieder zum Einstiegspunkt zurück. Respekt! Nach dem Abenteuer stiegen wir erst einmal aus unseren Anzügen und zogen dicke, warme Kleidung an. Heißer Tee und Kekse taten richtig gut. Kurze Nachbesprechung, Logbuch gefüllt und abgezeichnet und – mit klammen Fingern - ab nach Hause. Ein herrlicher Sonntag war angebrochen. Mir stellte sich nur noch die Frage, ob wir nicht leichtfertig in das Klima eingegriffen hatten. Denn wo war meine Körperwärme geblieben, wenn nicht im Wasser? Ob das Auswirkungen auf die Lebewesen dort hat? Ich werde mal jemanden fragen, der sich damit auskennt.